Teil 2 meiner Reihe über mein Espresso-Setup. Davor: der elektrische WDT. Danach: die Zerno Z1 als Mühle.
Nach dem Verteilen kommt das Tampen – und da bin ich vor Kurzem an einen richtig guten Deal geraten: eine gebrauchte PuqPress Mini V5.
Preis: Was kostet die PuqPress Mini?
Neu liegt die aktuelle PuqPress Mini in Deutschland je nach Händler etwa bei 550 bis 600 €. Auf dem Gebrauchtmarkt tauchen ältere V5-Geräte aber regelmäßig deutlich günstiger auf – und genau so einen Deal habe ich erwischt. Für den Preis war das ein klarer Kauf.
Was die PuqPress Mini V5 kann
Die PuqPress Mini ist die kompakte Heim-Variante der PuqPress-Reihe – gebaut, um das Tampen komplett zu automatisieren und zu vereinheitlichen. Das Prinzip: Siebträger in die Gabeln stellen, kurz andrücken, der Motor presst mit exakt eingestellter Kraft plan und gerade. Die wichtigsten Fakten:
- Konstant gleicher Anpressdruck. Die Kraft ist einstellbar von ca. 22 bis 66 lbs (rund 10–30 kg) in feinen Schritten von 2,2 lbs. Einmal eingestellt, tampt sie jeden Puck exakt gleich – das ist der ganze Sinn der Sache.
- Plan und gerade. Der flache Stempel presst absolut waagerecht – kein schiefer Tamp, kein einseitiger Druck, wie er von Hand schnell passiert.
- Schnell. Ein Tamp-Zyklus dauert nur etwa 1,3 Sekunden.
- 58 mm mit ±0,1 mm Toleranz, kompatibel mit praktisch allen 58/58,3-mm-Sieben (auch VST) und Siebträgern verschiedener Marken.
- Kompakt und schwer genug: ca. 125 × 150 × 220 mm bei rund 4,8 kg, sodass sie beim Tampen nicht wandert.
- 60 W, 110–230 V – läuft also überall.
Der eigentliche Gewinn zu Hause ist die Wiederholbarkeit: Der Tamp fällt als Fehlerquelle komplett weg. Zusammen mit gleichmäßigem Verteilen per WDT bekommt man so einen sehr konstanten Puck – Tag für Tag, egal wer die Maschine bedient.
Das Setup war etwas fummelig
Ganz ehrlich: Das Einrichten war ein bisschen mühsam. Die V5 hat unten noch keine einfache Verstellung der Gabeln, auf denen der Siebträger aufliegt. Zu Hause nutze ich mehrere Siebträger – einen bodenlosen und einen doppelten – und die Bauhöhe war von Siebträger zu Siebträger leicht unterschiedlich.
Ich musste die Höhe also so einstellen, dass beide funktionieren, und das ist bei der Mini nicht mal eben gemacht: einstellen, dann die Schrauben wieder festziehen. Das ist etwas frickelig, wenn man zwischen Siebträgern wechselt.
Was für den Heimgebrauch außerdem nervt: Beim Tampen bleiben immer ein paar Kaffeepartikel unten am Tamper-Stempel hängen. Mit der Zeit gibt das eine kleine Sauerei, weil die Partikel nach unten rieseln – und bei mir steht das Ding auf einem weißen Tisch, da sieht man den Kaffeesatz sofort.
Trotzdem: ein richtig gutes Setup
Über alles gesehen war das ein wirklich gutes Setup. Für mich und meine Freundin ist es einfach herrlich unkompliziert: Siebträger reinstellen, tampen lassen, fertig. Der Kaffee ist dabei immer gleichmäßig und gleich fest getampt, und ehrlich gesagt macht es morgens einfach Spaß, den Siebträger da reinzustellen.
Pro
- Immer gleich fester, gleichmäßiger Tamp
- Kinderleicht im Alltag – ideal, wenn mehrere Leute Kaffee machen
- Macht morgens einfach Spaß
- Gebraucht ein sehr guter Deal
Contra
- Gabelhöhe der V5 lässt sich nicht schnell verstellen
- Wechsel zwischen verschiedenen Siebträgern ist fummelig
- Kaffeereste bleiben am Stempel hängen und krümeln
- Auf hellen Flächen sieht man den Kaffeesatz sofort
Fazit
PuqPress Mini V5
Neu ca. 550–600 € · gebraucht deutlich günstiger
Fazit
Wenn ihr einen guten Deal für eine gebrauchte PuqPress bekommt: zuschlagen. Die Einschränkungen bei der Höhenverstellung und die Krümelei sind reine Heimgebrauch-Themen – der Zugewinn an Konstanz und Bequemlichkeit im Alltag wiegt das für mich locker auf.
Weiter geht es mit meiner Mühle, der Zerno Z1. Wie ich den Kaffee vor dem Tampen verteile, lest ihr im Beitrag zu meinem elektrischen WDT. Und frische Bohnen dafür findet ihr in unserem Röstereien-Verzeichnis.